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Nepal2011
Die Annapurna IV
Einer der klassischsten Siebentausender Nepals in alpinem Gelände. Dieser Gipfel des riesigen, mehrgipfligen Annapurna-Massivs liegt im märchenhaften Tal von Manang. Trotz seiner fantastischen, buddhistisch geprägten Umgebung ein interessantes und wenig besuchtes Ziel. Eingebettet in die höchsten Berge der Welt, gilt Nepal als Kreuzweg von Göttern und Menschen. Der Himalaya wird von knapp einer Milliarde Menschen, von Buddhisten ebenso wie von Hinduisten, als heilig verehrt. Die Berge sind Wohnstätten der Götter und Heiligen und für manche gar die Verkörperung einer Gottheit selbst. Nirgendwo sonst auf der Erde geniesst ein Gebirge eine derart mythische Verehrung in einer so grossen und vielfältigen Völkergemeinschaft. Die Annapurna IV befindet sich im östlichsten Teil der Annapurna-Kette südlich des Thorong-La. Der Tilicho-See bildet den Ursprung des Marsyangdi-Flusses. Da das Marsyangdi-Tal im Regenschatten des Annapurna Himal liegt, ist die Landschaft sehr breit und deshalb eher typisch für Tibet als für Nepal. Schon das Basislager ist eine Reise wert. Es liegt in einer Mulde, geschützt vor allem Unbill der Natur und bietet eine grandiose Aussicht auf den Manaslu, die Annapurna-Gipfel sowie den immer noch gesperrten Machapuchare.
Klima
Im Himalaya treffen zwei spezielle Klimatypen aufeinander: Die Südabdachung ist geprägt von einem subtropischen Monsunklima mit einem Niederschlagsmaximum im Sommer, die Nordabdachung gegen das tibetische Hochland von einem ariden Kontinantalklima mit warmen Sommern und bitterkalten Wintern. Für Expeditionen im Himalaya stehen grundsätzlich zwei Zeitfenster zur Verfügung, eines im Frühling (Vor-Monsun), das zweite im Herbst (NachMonsun). Beide haben ihre Vor- und Nachteile, die je nach konkretem Ziel überwiegen können. Grundsätzlich bringt der Vormonsun (Frühling) angenehmere (wärmere) Temperaturen, aber auch grössere Probleme mit der Feuchtigkeit. Regelmässige Niederschläge sind sehr wahrscheinlich. Oft liegt noch viel Schnee, was bei der Überquerung hoher Pässe oder bei der Durchquerung von Schmelzwasser führenden Flüssen zum Problem werden kann. Im Herbst dagegen sind die Temperaturen am Berg tendenziell tiefer, aber dank moderner Ausrüstung kann man sich gegen die Kälte recht gut schützen. Zwar ist es häufig so, dass uns der zu Ende gehende Monsun auf dem Anmarsch noch begleitet, aber am Berg hat man dann oft ein ausgeprägtes Schönwetterfenster, bevor die stürmischen Höhenwinde der Jetstreams einsetzen.
Anmarsch
Hongde (3280 m)–Sabej Kholagaon-Tal (3900 m)–Basislager (4800 m) Wir wandern westwärts dem Marsyangdi-Fluss entlang und verlassen nach ca. einer Stunde den berühmten Weg der Annapurna-Trekking-Tour. Nun geht es südwärts ins Sabje Kholagaon-Tal. Auf ca. 3900 m Höhe, am Beginn einer langen Moräne, schlagen wir unser Nachtlager auf. Noch sind die Temperaturen angenehm und die Landschaft um uns ist grün und mit Birken durchsetzt. Wir geniessen diesen letzten Tag in der grünen Umgebung, bevor es dann über einen langen Moränenrücken zum wunderschön gelegenen Basislager (4800 m) geht.
Aufstieg
Vom idyllisch gelegenen Basislager traversieren wir eine Gletscherzunge über Geröll und Eis. Ab 5000 m, wo wir ein Materialdepot errichten, steigt die Route dann ziemlich steil an. Über eine Firn- und Geröllflanke erreichen wir eine gestufte Felsrampe, welche mit Fixseilen abgesichert wird. Auf einem kleinen Platz oberhalb der Felsrampe errichten wir unser Lager I an einem absolut sicheren Platz, mit einer unvergleichlichen Aussicht auf den Manaslu, Tilicho Peak usw. Lager I (5500 m)–Lager II (6200 m): Jetzt folgt die Route über den objektiv sicheren Gratrücken in gestuftem Gelände. Wir bewegen uns auf Fels und Eis, wobei einige Passagen mit Fixseilen abgesichert werden müssen. Auf ca. 6200 m finden wir wiederum einen idealen Platz um die Zelte für das Lager II zu errichten. Lager II (6200 m)–Lager III (6600 m): Über mehrere Gletscherstufen in einer hochalpinen Landschaft erreichen wir, an Fixseilen gesichert, die imposante Firnkuppe auf ca. 6400 m. Nun sehen wir endlich nach Süden und können Pokhara mit dem gleichnamigen See erkennen. Ostwärts erreichen wir nach ca. einer Stunde den Platz von Lager III auf ca. 6600 m. Lager III (6600 m)–Gipfel (7525 m): Der Aufstieg wird lange dauern, die Höhe ist spürbar wie noch nie zuvor. Über den breiten Gratrücken in mässig steilem Gelände, doch mit einer umso längeren Distanz, erreichen wir die aufgesteilte Gipfelflanke. Die letzten Firn- und Gratpartien liegen vor uns. Der Schlussaufstieg verlangt uns alles ab, doch die grandiose Rundsicht entschädigt uns hoffentlich für alle Mühen des Aufstiegs. Der Abstieg erfolgt auf der Aufstiegsroute.
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